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Zur Geschichte:

     Als die Menschen anfingen, sich ihres Körpers bewusst zu werden und darüber nachzudenken, was sie plagte, waren sie auch bestrebt diese Übel aus dem Körper herauszuschaffen. In alten Zeiten gab es die Vorstellung von Dämonen, die den Körper schädigten oder sich in einem Menschen festsetzten. Zeigten sich bei einem Kranken irgend welche Verhärtungen, wie Beulen (Muskelverspannungen), Karbunkel, Furunkel oder Venenstauungen war man natürlich bestrebt, diese Plagen zu beseitigen. Da es sich nach dem alten Glauben sogar um Dämonen handeln konnte die sich unter der Haut festgesetzt hatten, lag der Gedanke nahe, die Haut aufzuritzen, also eine Öffnung zu schaffen und den Dämon aus dem Körper zu befreien. Da das Eröffnen z.B. eines Furunkels schnell Schmerzlinderung brachte, wurde diese Methode immer öfter angewendet und auch weiter verfeinert. Wir wenden ja heute selbst bei Kleinigkeiten wie bei irgendwelchen Pickeln dieses alte Verfahren an. Es bleibt jedoch nicht beim einfachen Aufstechen eines Pickels, er wird auch noch ausgedrückt um den ganzen Eiter heraus zu bekommen. Den Menschen in der Vorzeit wurde auch klar, dass es nicht reicht, die Haut einfach zu öffnen, man mußte für eine gute Ausleitung sorgen - das war der Anfang des Schröpfens.
    Schröpfen bedeutet etwas herausholen. Jemanden schröpfen heißt, ihn von etwas befreien. Umgangssprachlich gibt es den Begriff des Schröpfens ja auch, man sagt, man hat jemanden geschröpft, d.h. ihn über alle Maßen erleichtert, meistens um sein Geld. Andererseits hat man auch etwas für den Geschröpften getan und das mit seiner vorherigen Zustimmung.

So gibt es beim Schröpfen drei wesentliche Merkmale:
    1. Man ist mit der Vorgehensweise einverstanden
    2. Man wird erleichtert (finanziell oder von einer Beschwerde)
    3. Es tut weh! (Der finanzielle Verlust oder die Behandlung mit dem Schröpfkopf).

    Zurück zu der Weiterentwicklung des Schröpfens. Die Methode wurde, wie gesagt, immer mehr verfeinert. Nach dem Eröffnen der Haut hat man anfangs mit dem Mund die Wunde ausgesaugt. Wie man sich vorstellen kann nicht sehr appetitlich . Deshalb hat man später zum Saugen Tierhörner oder hohle Kalebassen benutzt. Erst viel später, nach Erfindung des Glases wurden die Schröpfköpfe, ähnlich derer, die wir heute noch kennen, verwendet.
    Das erste historisch belegbare Zeugnis für die ärztliche Verwendung des Schröpfens fand man auf einem Arztsiegel aus der Zeit um 3300 v.Chr. Das Schröpfen war in vielen Kulturen eine anerkannte Heilmethode, wie in Indien, Ägypten, China und für unseren Kulturkreis bestimmend im alten Griechenland. Dort gab es sogar einen Gott des Schröpfens, er hieß Telesphorus.
Hippokrates (griech. Arzt, 460-377 v. Chr.) gab detaillierte Anweisungen zum Schröpfen und eine theoretische Begründung für dieses Verfahrens heraus. Bis kurz nach nach Christi Geburt wurden Schröpfköpfe an den Stellen des Körpers angesetzt, die auch erkrankt waren. Wie anfangs gesagt, bei Eiterungen, Blutstauungen etc. Erst Galenos von Pergamon (berühmter griech. Arzt 129-201n.Chr.) beschreibt das Schröpfen von Körperregionen, die weit entfernt von dem Krankheitsgeschehen liegen. ca. im 11.Jahrhundert n. Chr. gab es berühmte arabische Ärzteschulen, die wie ein Vertreter von ihnen, Abul Kasim (bekannt aus dem Roman „Der Medicus“) das Schröpfen als Therapie lehrten. Kurze Zeit später legte man dieses damals blutige Handwerk in die Hände der Bader und Baderchirurgen. Leider wurde von ihnen das Schröpfen ebenso wie der Aderlaß im Übermaß und als „Allheilmittel“    angewendet. Wie bei Allem, was im Übermaß und ohne gerechtfertigte Indikation angewendet wird, blieben die Erfolge aus. So kam diese eigentlich gute Therapie allmählich in Verruf. Selbst Paracelsus (1493-1541) stand dem Schröpfen im Lauf seiner Lehrtätigkeit skeptisch gegenüber, obwohl von ihm folgende Aussage stammt: „Wo die Natur einen Schmerz erzeugt, da hat sie schädliche Stoffe angehäuft und will sie ausleeren. Ist die Natur nicht imstande, diesen Vorsatz selbst auszuführen, muß der Arzt eine künstliche Öffnung direkt an der kranken Stelle machen und so Schmerz und Krankheit schnell heilen".
 Wie jede gute Therapie erlebte die Schröpfbehandlung später wieder einen Aufschwung und hat sich dann vom 18.-19. Jahrhundert bis in unsere Zeit gehalten.

Welche Erkrankungen kann man mit der Schröpfbehandlung kurieren?
    Die Schröpftherapie ist in erster Linie ein gutes Ausleitungsverfahren. Darüber hinaus kann man mit Hilfe der Schröpfköpfe Funktionsstörungen beheben. Mit der Ausleitung von Eiter- bzw. Blutansammlungen nahm die Schröpftherapie wie zuvor erwähnt ihren Anfang. Im Laufe der Zeit hat man festgestellt, daß man mit Hilfe der Schröpfköpfe auch innere Organe erreichen kann, wie die Nieren oder Leber, mit die wichtigsten Entgiftungsorgane des Menschen, neben der Haut. Die Ärzte Head und auch McKenzie haben herausgefunden, daß es von inneren Organen Nervenverbindungen zur Haut gibt. Stimuliert man die Hautareale auf die eine oder andere Weise, kann man Einfluß auf die Funktion des entsprechenden Organs nehmen. Im Falle von Leber und Nieren kann man so indirekt den Körper von Giftstoffen befreien..

Funktionsstörungen
    Die mit den inneren Organen in Verbindung stehenden Hautareale werden nach ihrem Entdecker Head´sche Zonen genannt. Durch das Schröpfen dieser Head´schen Zonen werden die mit ihnen in Verbindung stehenden Organe zur Selbstheilung angeregt. Darüber hinaus haben die inneren Organe fast alle Zustimmungspunkte am Rücken. Diese Zustimmungspunkte liegen auf dem Blasenmeridian. Der Blasenmeridian ist eine Energieleitbahn aus der TCM, die Grundlage der Akupunktur ist. Der Blasenmeridian läuft auf dem Rücken auf beiden Seiten parallel zur Wirbelsäule. Neben der Akupunktur können diese speziellen Punkte  u.a. auch geschröpft werden.
    Wie kommt man nun zu der Erkenntnis, welche Punkte zu behandeln sind? Grundvoraussetzung einer jeden Therapie ist die gezielte Diagnose. Die meisten Patienten gehen wegen irgendwelcher Schmerzen zur Behandlung. Diejenigen, die dann beim Heilpraktiker landen, sind oft schon zuvor schulmedizinisch durchgecheckt worden. Nicht selten wird ihnen gesagt, dass hinter ihren Beschwerden kein organischer Defekt steckt und man nicht wisse woher die Schmerzen kommen. Führen wir uns noch einmal vor Augen, daß es zwischen den inneren Organen und der Haut Nervenverbindungen gibt. So können wir uns leicht vorstellen, daß eine funktionelle Störung eines Organs zu Schmerzen an der Hautoberfläche, eben der Head´schen Zone führen kann. Oft lassen sich an den entsprechenden Hautarealen dann Verhärtungen spüren, sog. Gelosen. Ist zuvor vom Arzt oder Heilpraktiker abgeklärt, daß hinter den Beschwerden des Patienten kein Organdefekt steckt, könnte die Schröpftherapie zur Anwendung kommen. Natürlich muß auch abgeklärt werden, um welche Funktionsstörung es geht. Dem Heilpraktiker stehen dazu verschiedene diagnostische Möglichkeiten zur Verfügung, sei es aus der TCM, der Irisdiagnose oder auch labormedizinische Untersuchungen. Der Therapeut muß immer die erfolgversprechendste Therapie anbieten. D.h. man muß den Patienten darüber informieren, welche Methode am ehesten die Beschwerden lindert oder heilt.
    Soll die Schröpfbehandlung zur Anwendung kommen, gibt es 3 Methoden. Die eine ist auf jeden Fall ein Ausleitungsverfahren, es ist das nasse oder auch blutige Schröpfen. Die 2 anderen Verfahren fallen unter den Begriff des trockenen Schröpfens. Dabei werden zum Einen die Schröpfköpfe an einer Zone aufgesetzt und dort gelassen, zum Anderen wird mit dem Schröpfkopf ein Hautareal massiert. Geschröpft werden immer die zuvor erwähnten Gelosen. Es gibt Verhärtungen im Unterhautgewebe oder in den Muskeln, die man dann als Myogelose (Myo = Muskel, griech.) bezeichnet. Es gibt 2 unterschiedliche Gelosen, die weiße und die rote Gelose. Bei der weißen Gelose handelt es sich um eine Verhärtung des Gewebes, das kaum durchblutet werden kann. Im Gegensatz dazu staut sich in einer roten Gelose das Blut, es kann aber nicht abfließen. Diese beiden Kennzeichen der Gelosen geben dem Therapeuten den Hinweis, ob trocken oder naß geschröpft werden muß. Die roten Gelosen werden immer naß, d.h. blutig geschröpft, während die weißen Gelosen trocken zu schröpfen sind.

Die 3 Schröpfmethoden

Das Blutige Schröpfen: nicht bei - Ewalds Massagestudio
     Hat man bei einem Patienten eine rote Gelose festgestellt, also eine Blutstauung im Gewebe oder Muskel, kommt das blutige Schröpfen zur Anwendung. Als erstes wird das Hautareal gründlich desinfiziert. Dann schätzt man den Umfang des Schröpfkopfes ab und reibt diese ringförmige Stelle auf der Haut mit einem Öl ein. So sitzt der Schöpfkopf fest und kann keine Luft ziehen. In der Mitte dieses Ringes wird die Haut einige Male eingeritzt und dann schnell der Schröpfkopf darauf gesetzt. Der Patient sollte in der Zeit ruhig liegen, aber nicht allein gelassen werden. Der Therapeut beobachtet genau, wie lange das Blut aus der Haut herausfließt. Hört die Blutung auf, ist das Schröpfen beendet und man entfernt den Schröpfkopf.
     Hat man gewartet, bis die Blutung selbst zum Stillstand gekommen ist, blutet die Wunde nicht nach. Wegen der Hygiene sollte man das Hautareal ein weiteres Mal desinfizieren und ein Pflaster für kurze Zeit darüber kleben. Die Menge des ausgeleiteten Blutes ist von der Menge, die sich in dem Gewebe gestaut hat abhängig. Sie kann nur einige Tropfen betragen oder gar einen halben Schröpfkopf voll. Natürlich hängt das auch von der Größe des Schröpfkopfes und dessen Saugleistung ab. Das Blutige Schröpfen wird oft nicht nur an einer Stelle durchgeführt, sondern in einer Sitzung häufig an mehren Stellen. Reicht die Ausleitung mit einer Sitzung nicht aus kann das blutige Schröpfen nach einigen Tagen wiederholt werden.
     Wegen der Hepatitis- und AIDS-Gefahr ist dringend auf ausreichende Hygiene zu achten. Wurde früher die Haut einfach mit einem spitzen Stein und später mit einem Küchenmesser eingeritzt, muß man heute sterile Instrumente verwenden. Die zu schröpfenden Hautareale soll man nicht nur einfach einstechen, sie sollen eingeritzt werden. D.h. es kommt keine Nadel oder Kanüle zum Einsatz, sondern z.B. eine Lanzette, die man auch für die Blutentnahme aus der Fingerspitze verwendet. Das ist jedenfalls die einfachste Methode. Für Anfänger hat die Medizingeräteindustrie einen s.g. Schröpfschnepper entwickelt. Dieses Gerät enthält einzelne kleine Messer. Durch einen Auslösemechanismus wird die Haut gleichzeitig an mehreren Stellen eingeritzt, während ich mit meiner Lanzette ein paar mal zustechen müsste. Damit das mehrmalige Zustechen nicht stärker schmerzt, als wenn auf einmal alle Stellen geritzt werden, muß man mit der Lanzette schnell arbeiten. Der Vorteil der Lanzette liegt überwiegend darin, daß es ein Einmalartikel ist der nicht sterilisiert werden muß. Der Schröpfschnepper ist zu teuer, um ihn wegzuwerfen. Solch ein Gerät muß zuerst in einem Desinfektionsbad sauber gemacht und anschließend im Sterilisator sterilisiert werden. Das Säubern ist wegen der vielen Ecken und Winkeln nicht so einfach, es kann also ein Problem bei der Sterilität geben. Aus Sicherheitsgründen verwende ich kein solches Gerät. Der Schröpfkopf kommt zwar selbst nicht mit der offenen Haut in Berührung, muß aber gut zu sterilisieren sein. Bei Glas ist das gar kein Problem, die notwendige Kenntnis und Geräte vorausgesetzt.
      Ein verantwortungsvoller Heilpraktiker wird z.B. Furunkel, Karbunkel oder Krampfadern nicht mit den Schröpfköpfen behandelt werden, da hat die Chirurgie einfach bessere Möglichkeiten und man muß bedenken, daß in solchen Fällen u.U. auch andere schulmedizinische Behandlungen, wie z. B. die Einnahme von Antibiotika, um eine Sepsis, d.h. Blutvergiftung zu verhindern, zur Anwendung kommen müssen.

     Auf Grund der vom Patienten geschilderten Beschwerden kann man evtl. noch nicht darauf schließen, daß das blutige Schröpfen zur Anwendung kommen sollte. Der Therapeut muß sich die Hautareale anschauen und evtl. einen Schröpfkopf kurz trocken aufsetzen. Färbt sich die Haut unter dem Schröpfkopf schnell dunkelviolett und bleibt die Verfärbung nach Abnahme des Schröpfkopfes bestehen, hat man es mit einer roten Gelose zu tun, die blutig zu schröpfen ist. Die meisten roten Gelosen entstehen durch Energiefülle, die eingestaut wird. Das typische Bild ist der Choleriker, der vor Wut und Zorn einen hochroten Kopf hat, der ganze Körper ist gespannt und man meint er müßte gleich platzen. Nicht bei jedem Patienten ist das Bild so stark ausgeprägt. Viele Menschen neigen heute eher dazu, den Streß herunterzuschlucken. In der Folge kann es dann zu Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich kommen. Viele bekommen auch Bluthochdruck, Leber- und Gallenbeschwerden. Bei solchen Stauungssymptomatiken entstehen häufig die roten Gelosen an den entsprechenden Segmenten am Rücken. Diesen Patienten bringt das blutige Schröpfen große Erleichterung. Hat man einmal den Kreislauf von Anspannung, Schmerz und weiterer Anspannung unterbrochen, können diese Patienten erstmals lernen, nicht gleich wieder in die Spannung zu gehen und so längerfristig Beschwerdefreiheit erlangen. Wichtig ist auf jeden Fall, daß man mit dem Patienten nicht nur über das Schröpfen spricht, sondern auch über die psychischen und körperlichen Belastungen. Ich möchte Ihnen an dieser Stelle ein Beispiel nennen. Bei einer Patientin, der ich den Kummerbuckel oder wie ich ihn nenne Depressionshügel, blutig schröpfte, wollte einfach kein Blut fließen. Ich wunderte mich und war mir im Moment unsicher, ob es sich wirklich an dieser Stelle um eine rote Gelose handelte. Ich ermutigte die Patientin etwas von ihrem Kummer zu erzählen. Anfangs rückte sie mit den Problemen nur zögerlich heraus. Ich bemerkte nach ein paar Minuten, das aus den eingeritzten Stellen langsam das Blut zu fließen begann. Die Patientin wußte davon nichts, merkte aber, daß ihr das Reden gut tat. Sie redete sich an diesem Tag einiges von der Seele und je mehr sie erzählte, desto mehr entstaute sich ihr Kummerbuckel und der Schröpfkopf wurde voll und voller. Ich fand erstaunlich, daß das Blut erst nach einiger Zeit zu fließen begann, wo doch längst die Blutgerinnung die eingeritzten Stellen verschlossen haben mußte.
       Im Kreuzbeinbereich gibt es eine Stelle die die eigenartige Bezeichnung Hypertoniesülze hat.  Hierbei handelt es sich um eine Gelose bei Leuten mit Bluthochdruck. Beim Bluthochdruck gibt es auch den sog. "weißen" und den "roten Hochdruck". Der "weiße" besteht bei Leuten, die den zweiten Wert des Blutdrucks eher erhöht haben. In dem Fall spricht man vom renalen, also nierenabhängigen  Bluthochdruck. Es wird  sich bei der Hypertoniesülze eine weiße Gelose bilden, die unblutig geschröpft wird. Beim roten Bluthochdruck ist hauptsächlich der erste Blutdruckwert erhöht. Diese Patienten haben häufig auch eine Blutfülle und es wird ihnen geraten wenig Salz zu essen, da sonst die Blutmenge noch gesteigert wird. Bei solchen Patienten ist die Hypertoniesülze blutig zu schröpfen. Man kann sich diese Form der Therapie dann auch als eine Art „Aderlaß“ vorstellen. An dieser Stelle noch der Hinweis an die Hypertoniker. Nach dem blutigen Schröpfen kann es zwar sein, das der Blutdruck ziemlich herunter geht, aber deshalb nicht gleich die Medikamente weglassen. Die Schröpftherapie ist eine Umstimmungstherapie und die Umstimmung dauert eine Weile. Bleibt der Blutdruck nach einigen Schröpfanwendungen über längere Zeit im unteren Bereich, und das auch noch einige Zeit nach der Schröpftherapie, kann man mit seinem Arzt über das Absetzen der Medikamente reden.
 

Das unblutige Schröpfen

1. Das Aufsetzen von Schröpfköpfen,  die nur an Ort Stelle bleiben

    Weiße Gelosen sind Ausdruck von Blutmangel, d.h. das Areal oder das entsprechende Organ kann nicht richtig durchblutet werden. Der Grund kann in einem allgemeinen Blutmangel, wie er öfter bei Frauen auftritt begründet sein. Dann reicht die Blutmenge einfach nicht aus, um überall hin zu fließen, schon gar nicht in ein verspanntes Gewebe oder einen verspannten Muskel. Es sind eher schwache Patienten mit wenig Energie. Handelt es sich um Funktionsstörungen eines Organs, wird die entsprechende Zone am Rücken gesucht und abgetastet. Zeigt sich dort eine kleine weiße Gelose setzt man an diese Stelle einen entsprechend großen Schröpfkopf. Man braucht die Haut dabei nicht desinfizieren, da ja kein Blut austritt oder die Haut anderweitig verletzt wird. Damit der Schröpfkopf aber einige Zeit, ca. 10 bis 20 Minuten gut auf der Stelle haften bleibt, muß die Haut wieder mit einem Öl eingerieben werden. Zweckmäßig ist es, ein durchblutungsförderndes Öl zu verwenden, das z.B.  äth. Rosmarinöl enthält. Häufig kommt nicht nur ein Schröpfkopf zur Anwendung, sondern man sucht nach weiteren Gelosen und setzt auch dort Schröpfköpfe auf. Nach entsprechender Zeit werden die Schröpfköpfe entfernt. Wichtig ist, den Patienten darauf hinzuweisen, das an den geschröpften Stellen ein blauer Fleck entstehen kann. Durch den Saugeffekt können kleine Äderchen platzen und das austretende Blut sammelt sich unter der Haut. Ich gebe immer den Hinweis, dem Partner der Patienten das rechtzeitig mitzuteilen, nicht das die Vermutung auftritt, es könnte sich um einen Knutschfleck handeln. Im Sommer ist es u. U. auch wegen der Wahl der Kleidung wichtig zu wissen, wo solche Flecken aufgetreten sind. Das trockene Schröpfen kommt meist häufiger zur Anwendung, bis die richtige Durchblutung in Gang gekommen ist. Häufig schröpfe ich 2 mal die Woche. Daneben kommen auch andere Maßnahmen zur Anwendung, z. B. um das Blut wieder aufzubauen und zu vermehren. Die entsprechenden Organe werden in solchen Fällen auch anderweitig, z. B. mit pflanzlichen oder homöopathischen Medikamenten unterstützt. Die Schröpftherapie wird heutzutage meist nicht als alleinige Therapie angewendet. In der Regel kommen die Patienten mit einer Vielzahl von Beschwerden und da reicht eine solche Methode meist nicht aus.

2. Die Schröpfmassage
    Meiner Meinung nach ist die Schröpfmassage hervorragend geeignet, um schlecht durchblutete Muskelverspannungen zu lösen. Ich setze sie also regelmäßig bei sog. weißen Myogelosen ein. In solchen Fällen klagen die Patienten häufig über Schmerzen im Schulter- Nacken- oder Lendenbereich. Sie leiden unter div. Verspannungen oder klagen über Taubheitsgefühle im Arm und pelzige Finger. In solchen Situationen muß geklärt werden, daß die Beschwerden ihre Ursache in Muskelverspannungen haben, die dann irgendwelche Nerven abklemmen. In solchen Situationen taste ich die in frage kommenden Muskeln ab. Sind sie hart, aber nicht gerade so hart wie Stahlseile und handelt es sich um Blutleere, dann kommt für mich als beste Methode die Schröpfkopfmassage in frage. Für diese Art der Behandlung verwende ich ausschließlich Schröpfköpfe mit Saugball. Es kommt nämlich beim Massieren häufig vor, daß der Schröpfkopf  abgeht. Mit dem Saugball daran kann man ihn ganz einfach wieder aufsetzen. Bei dieser Art des Schröpfens bekommt die Aussage, daß es weh tut Bedeutung. Auch die Patienten, die blutig geschröpft werden, müssen den kleinen Schmerz des Piksens / Stupfens wie man hier sagt, in Kauf nehmen. Die Leute die mit der Schröpfmassage behandelt werden, können davon ein Lied singen. Ich sage immer, es darf weh tun, aber der Schmerz muß aus zu halten sein. Nur der Patient kann sagen, wo für ihn die Schmerzgrenze liegt und ich als Therapeutin muß mich darauf einstellen. Das gelingt mir hervorragend, in dem ich die Schröpfköpfe mit Saugball verwende, denn mit ihnen kann ich den Saugeffekt individuell regulieren. Bei der Schröpfmassage reibe ich großflächig die zu massierenden Areale mit einem Massageöl ein. Ich wähle einen für die entsprechenden Muskelpartien geeignet großen Schröpfkopf aus und setze ihn an den Ansatz eines Muskels, dann fahre ich langsam im Verlauf des Muskels über das Hautareal. Schreit der Patient vor Schmerz auf, nehme ich problemlos den Schröpfkopf ab und setze ihn mit weniger Saugkraft wieder an, bis der Patient die Massage als angenehmen, lösenden Schmerz empfindet. Der Vorteil dieser Massagetechnik besteht darin, daß ich bei der Massage nicht ständig auf den verspannten Muskel herumdrücke, sondern ihn anhebe und damit wieder ganz allmählich dehne und entspanne. Viele meiner Patienten berichten mir, daß sie die herkömmliche Massage nicht vertragen und danach weitaus mehr Schmerzen, und das nicht nur vorübergehend, haben.
Nach der Schröpfmassage kann es zu einem Muskelkater kommen, so wie man ihn beim Sport kennt. Es ist aber ein gutes Zeichen dafür, daß der Muskel wieder arbeitet und durchblutet wird. Der Muskelkater hält meist nur 1-2 Tage an. Er sollte aber völlig abgeklungen sein, bevor die erneute Schröpfmassage zur Anwendung kommt. Auch hier sind ca. 2 Massagen pro Woche üblich. Die Anzahl der Massagen richtet sich danach, wie verspannt die Muskulatur ist. Hat man gerade mal seit 1-2 Tagen Beschwerden dann benötigt man auch ebenso wenige Massagen. Plagt man sich damit allerdings schon ¼ oder gar ½ Jahr muß man schon mal mit bis zu 10 Behandlungen rechnen. Auch hier muß wieder mit blauen Flecken gerechnet werden. Es kann auch sein, daß die massierte Muskelpartie einige Zeit etwas berührungsempfindlich ist.

Abschlußbemerkungen

    Die Schröpfkopfbehandlung ist auch heute noch eine hervorragende Therapiemethode. Sie ist jedoch kein Allheilmittel und wird häufig mit weiteren Verfahren kombiniert. Auch wenn die Anwendung einfach ist, so gilt auch hier vorher abzuklären, daß hinter den Beschwerden keine ernsthafte Krankheit steckt die evtl völlig anders therapiert werden muß. Deshalb gehört das Schröpfen wie jede andere Heilmethode auch, in die Hände erfahrener Therapeuten.
     Man darf die Schröpfköpfe nicht über großen Gefäßen ansetzen, z.B. der Halsschlagader. Auch am Bauch direkt über den Eingeweiden ist Vorsicht geboten. Wird ein herkömmlicher Schröpfkopf verwendet, bei dem das Vakuum mit Hilfe einer Flamme erzeugt wird, muß darauf geachtet werden, daß er nicht zu heiß wird. In meiner Anfangszeit haben einige Patienten sich gegen das Schröpfen gesträubt, da sie schon einmal verbrannt wurden. (aber nicht von mir!) Ich habe mir deshalb angewöhnt fast ausschließlich Schröpfköpfe mit Saugball zu verwenden. Diese Saugglocken haben aber den Nachteil, daß sie beim Aufsetzen kalt sind. (evtl. vorher auf einer Wärmeplatte anwärmen) Beim blutigen Schröpfen sollen ausschließlich Schröpfköpfe aus Glas verwendet werden, denn solche aus Kunststoff sind nicht sterilisierbar und deshalb nicht zulässig.
    So, das sollte für einen Einblick genügen.